Buchvorstellung: VMware vSphere 4
Kürzlich kam der Postbote hier schwer beladen vorbei – im Gepäck ein Probe-Exemplar des von Dennis Zimmer & Co geschriebenen, kürzlich erschienenen und uns netterweise von Galileo Computing zur Verfügung gestellten, deutschsprachigen Buchs “VMware vSphere 4 – Das umfassende Handbuch“. Nach absolviertem Eigen-Test, sprich Lese-Marathon, stellen wir das gute Stück hier gerne vor.

Umfang und Themenbreite
Mit 1052 Seiten ist das Buch ein gewaltiger Wälzer, der den Titel “umfassend” nicht nur der Seitenanzahl verdankt, sondern auch der Themenbreite. Angefangen bei Virtualisierungs-Grundlagen und vSphere-Inbetriebnahme, über essentielle Überlegungen im Netzwerk- und Storage-Bereich (z.B. Multipathing, Performance, Sizing), bis hin zu VMware-Zusatz-Software wie Capacity Planner, Data Recovery, Site Recovery Manager, u.v.m. wird kaum etwas ausgelassen. Speziell die Kapitel rund ums Thema Storage sind geradezu vollgepackt mit Wissen und bieten dank Beleuchtung verschiedenster Produkte (NetApp, EMC, Datacore, 3PAR, etc.) selbst für erfahrerene Admins einen willkommenen Blick über den Tellerrand.
Sehr hilfreich – speziell für Ungeduldige – sind die “Best Practices”-Abschnitte zum Ende einiger Kapitel, welche die Haupt-Erkenntnisse nochmal zusammenfassen. Wenn man sich hier etwas für eine zweite Ausgabe wünschen könnte, dann wäre das eine optische Hervorhebung des restlichen, im Buch verstreuten Experten-Wissens – denn davon gibts einiges. Damit hätte man auch beim Überblättern vermeintlich unwichtiger Kapitel schnell Zugriff auf lesenswerte Informationen.
Objektiver Brückenschlag von Anfang bis Ende
Begrüßenswert ist die durchgängige Realitätsnähe der Autoren, d.h. das Buch ist keine Wunderwelt-Präsentation von VMware- und Storage-Features, sondern behandelt immer wieder potentielle Stolperfallen der vorgestellten Technologien und Produkte. Dennis plädiert so z.B., “VMware HA” in “VMware Fast Recovery” umzubennen, es werden Backplane-Bandbreiten-Probleme namenhafter Switch-Hersteller angerissen und auch das zu berücksichtigende Zusammenspiel zwischen Netapp Snapshots und Deduplikation wird erläutert.
Dass bei der Breite des Buchs nicht jedes Kapitel in die Tiefe geht, sollte klar sein. Mit einem Spagat zwischen Anfänger- und Experten-Know-How ist das Buch meiner Meinung nach ein klassisches Nachschlagwerk zum Vertiefen von Themen, die einen schon immer interessiert haben oder im Rahmen eines künftigen Projekts erwarten.
Fazit
Wer erste Berührungspunkte mit VI/vSphere bereits hinter sich hat und schon immer wissen wollte, was die Profis als Best Practices erachten, wie genau “Enhanced VMotion Capability” oder “Admission Control” bei VMware HA funktioniert, wie das vCPU Co-Scheduling tickt, wann man Fixed, MRU oder Round-Robin Multipathing verwenden sollte, was sich hinter “Path Trashing” und “ALUA” versteckt, welche Virtualisierungs-freundlichen Features in einem gescheiten Storage-System auf ihren Einsatz warten oder wie man seine Port Groups, vSwitche und Uplinks in Zusammenspiel mit iSCSI/NFS idealerweise konfiguriert, kurzum wer sein bestehendes VMware Know How vertiefen möchte, etwas Zeit und 90 Euro mitbringt … der macht mit dem Buch sicherlich nichts verkehrt.


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