Desktop-Virtualisierung und Mobilität – was kommt im Herbst 2010
Desktop-Virtualisierung macht ja jetzt schon fast jedes kloine Handwerkerle, um den uniformierten Herrn aus einem bekannten Video zu zitieren. Für die Handwerker mag das stimmen, eine andere Gruppe von Anwendern bleibt dagegen im Regen stehen: die Außendienstmitarbeiter, neudeutsch auch “Roadwarriors” genannt, mit ihren Laptops. Ohne die nährende Nabelschnur des Netzwerks bleiben ihnen bislang die Segnungen der Virtualisierung versperrt. Aber es sieht so aus, als ob sich das bald ändern würde.
Zentrales Management, lokale Ausführung
Die Firma Mokafive bietet schon seit einiger Zeit die MokaFive Suite an. Damit ist es möglich, Images von virtuellen Maschinen zentral auf dem Server zu verwalten, sie aber lokal auf einen PC herunterzuladen und dort mit Hilfe eines umgelabelten VMWare Players auszuführen.
Die Buzzwords, pardon, Features laut Mokafive:
VMWare kündigt unter dem Namen “Local Mode” ein ähnliches Feature für die demnächst erscheinende Version 4.5 von VMWare View an.
Ein Problem bleibt bei diesem Ansatz bestehen: der lokalen PC oder Notebook des Anwenders benötigt weiterhin ein eigenes Host-Betriebssystem, das für Angriffe anfällig ist und mit Patches und Security-Updates versorgt werden muss, wodurch ein entscheidender Vorteil der virtuellen Maschine wieder verschenkt wird. Ein Keylogger im Hostsystem, und alle Security-Maßnahmen innerhalb der virtuellen Maschine laufen ins Leere.
Bare-Metal-Hypervisor auf dem Notebook
An dieser Stelle verspricht Citrix mit dem neuen XenClient Abhilfe, einem Bare-Metal-Hypervisor, der auf Anwender-Systemen, vor allem auf Notebooks, statt auf dem Server läuft. Citrix hebt dabei die Flexibilität hervor, die es dem Anwender ermöglicht, beispielsweise eine standardisierte, abgesicherte Desktop-Umgebung seiner Firma neben seinem privatem Desktop zu betreiben, ohne dass die beiden sich in die Quere kommen. Die HCL ist derzeit allerdings noch sehr übersichtlich.
Eine Beta des XenClient lässt sich jetzt schon herunterladen, als Termin für das fertige Produkt nennt Citrix Ende September. Mokafive kündigt ebenfalls ein ähnliches Produkt an, den BareMetal Player, nennt als Termin aber nur “Beta coming soon”. Es sieht also so aus, als käme Citrix als erster zu Potte.

