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postheadericon Fragen und Antworten zur DDSS Veranstaltung vom 19. April in der IHK-Akademie

Wir haben aus dem vergangenen DDSS/View 4 Seminar einige Fragen mitgenommen. Die Antworten dazu wollen wir Ihnen nicht schuldig bleiben. Sollte Ihre Frage hier nicht auftauchen, hinterlassen Sie uns bitte via Email: Virtualisierung “at” consol.de oder den entsprechenden ConSol-Kontakt eine Nachricht.  Aber nun geht es ohne weitere Umschweife zu den Fragen:

1. Kann man vCenter in einer VM betreiben und macht das Sinn?

“Ja” und “Ja/Nein”. Zum Einen ist es möglich vCenter in einer VM zu betreiben. Ab vSphere ist kein Lizenzserver mehr für vCenter und die ESX-Server notwendig. Darüber hinaus bleiben mit vCenter konfigurierte Cluster-Einstellungen, wie “HA” und “DRS” auch bei einem temporär nicht verfügbarem vCenter Server erhalten.

Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die virtuelle vCenter Maschine vom Hostsystem, dem ESX- oder ESXi-Server abhängig ist. Sind die Hostsysteme nicht verfügbar, ist der vCenter Server ebenfalls nicht verfügbar. Ein zentrales Management eines Data Centers oder Clusters ist also im Moment der “nicht-Verfügbarkeit” des vCenter-Servers nicht mehr möglich. Es gilt also abzuwägen, ob ein dediziertes System, sei es nun ein physikalischer Server, ein virtueller vCenter Server gelöst in einer eigenen virtuellen “Management-Umgebung” oder eine Kombination Sinn macht. Verschiedene Features sprechen sicherlich für den Einsatz als virtuelle Maschine. Das ist nicht zuletzt eine Kostenfrage. Laut VMware bringt ein virtualisierter Ansatz ausschließlich Vorteile. Sollten Sie sich für einen Einsatz als virtuelle Maschine entscheiden, möchten wir Ihnen diesen Best-Practices-Artikel auf www.yellow-bricks.com empfehlen.

2. Läuft der View Manager auch auf Linux?

Der View Manager ist die Administrator-Oberfläche zur Steuerung der VMware View-Umgebung. Diese wird über eine Web-Oberfläche zur Verfügung gestellt und ist somit grundsätzlich über jedes Clientsystem erreichbar. Da es sich dabei um eine für den Internet-Explorer optimierte Anwendung handelt empfiehlt es sich, eine Windows-Clientlösung zu verwenden. Der zu Grunde liegende View Connection Server läuft allerdings ausschließlich unter Windows.

3. Wie oft kann ich ein Master-Image verlinken?

VMware empfiehlt ein Maximum von 64 virtuellen Maschinen pro Master-Image. Je nach der zu Grunde liegenden Hardware, dem Benutzerverhalten und der Gesamtauslastung der Hostsysteme und des Storages kann die Zahl auch weit darunter liegen. Daher möchte ich Ihnen den nahe legen, eine gründliche Vorabbetrachtung Ihrer Infrastruktur und ausgiebige Tests durchzuführen. Mitunter der wichtigste Punkt bei der Desktop Virtualisierung ist die Benutzer-Akzeptanz. Eben diese Akzeptanz wird durch einen reibungslosen und performanten Betrieb gewährleistet.

4. Muss ich in größeren Umgebungen mehrere Master-Images bereitstellen?

Um hier auch nochmal die letzte Frage einzubeziehen: Die Anzahl der Master-Images richtet sich mindestens nach der Anzahl und der Art der virtuellen Maschinen, die bereit gestellt werden sollen. Und genau diese Art der virtuellen Maschinen zieht bei sorgfältiger Planung weitere Punkte nach sich, z.B.:

  • Benötige ich verschiedene Betriebssystemtypen, z.B.: Windows XP, Windows 7?
  • Sind auf dem Master-Image verschiedene Standard-Programme vorinstalliert?
  • Benötigen wirklich alle Anwender diese Anwendungen? Brauche ich wirklich so viele Lizenzen?
  • Unterscheidet sich die HW-Konfiguration der virtuellen Systeme, z.B. RAM, CPU?
  • Gelten für verschiedene Benutzergruppen unterschiedliche SLAs?
  • usw.

Jede der oben genannten Fragen kann ein eigenes Master-Image erfordern. Ein Master-Image stellt ein komplett installiertes Betriebssystem mit den entsprechenden Anwendungen dar. Jede abweichende Anforderung, die das Master-System nicht erfüllen kann, erfordert ein neues Image.

5. Gibt es für Linux auch Templates? Kann ich mit View Linux-Desktops bereit stellen?

Linux wird derzeit nur experimentell auf der Client-seite, nicht aber als virtualisierter Desktop unterstützt. Der View Agent, der zur Kommunikation mit dem View Connection Server in der virtuellen Maschine installiert werden muss, ist aktuell nur für Windows verfügbar. Eine genaue Übersicht der unterstützten Betriebssysteme ist im View Administration Guide zu finden.

6. Was ist eine Delta-Disk und was enthält diese?

Eine Delta-Disk kommt beim Einsatz von VMware View mit Composer, also der “linked Clone”-Technologie zum Einsatz. In der Delta-Disk werden alle Änderungen, bzw. Unterschiede zwischen dem verlinktem Klon und dem Master-Image gespeichert. Hintergrund ist die Überlegung, dass sich der Klon nur sehr wenig vom Master-Image unterscheidet. Dementsprechend klein ist auch die Delta-Disk. So können große Mengen an Speicherplatz eingespart werden. Mit der Zeit werden die Unterschiede größer, vor allem bei lokaler Speicherung benutzer- oder anwendunsspezifischer Daten. Dementsprechend wächst auch die Delta-Disk an. Überwachen Sie daher Ihre Speicher-Auslastung regelmäßig und ausführlich.

7. Wo werden die Delta Files abgelegt?

Wo hätten Sie sie gerne? Der Ablageort der virtuellen Maschinen, in diesem Fall also der Delta-Files und Konfigurationsdateien ist auch bei View konfigurierbar. Hierbei gelten die gleichen Einstellungsmöglichkeiten wie beim manuellen Erstellen virtueller Maschinen. Einzig die “User-Data-Disk”, also die Disk, in dem persönliche Daten, wie z.B. das Benutzerprofil abgelegt werden, kann an einem anderen Ort abgelegt werden. Dies ist ebenfalls über den View Manager konfiguierbar.

8. Gibt es Engpässe bei simultanen Benutzer-Anmeldungen?

Bei simultanen Anmeldungen an virtuellen Maschinen treten folgende Dinge auf:

  • Über den oder die View Connection Broker (Connection Server,  Security Server) werden Verbindungen zu den virtuellen Maschinen oder zu verwalteten physikalischen Maschinen hergestellt.
  • Je nach Konfiguration werden Benutzerprofile geladen, ThinAPP-Anwendungen übertragen oder registriert oder weitere einleitende Aufgaben, wie z.B. die Anwendung von Gruppenrichtlinien, durchgeführt.
  • Bei automatisierten View Pools mit einer konfigurierten Anzahl an verfügbaren Systemen im Pool werden automatisch neue Klone generiert, also neue virtuelle Maschinen, neue Delta-Disks und Konfigurationen erstellt.
  • Nicht zuletzt werden Daten über RDP oder PCoIP an die Clients übertragen
  • Die Clients verbinden ggfs. lokal angeschlossene USB-Geräte (Datenübertragung über das Netzwerk)

Bei Engpässen wird sich der ganze Ablauf entsprechend verlangsamen. Bei extremen Engpässen kann es auch zu Problemen während dem Provisioning kommen. Daher gilt hier wie bei der Konzeptionierung der Master-Images: Betrachten Sie bestehende Lösung vorab. Beobachten Sie das Anwenderverhalten, die Anmeldezeiten und die Auslastung der Hostsysteme. Messen Sie Datendurchsätze, Größen von Benutzer- und Anwendungsprofilen und identifizieren Sie Peak-Zeiten. Dies hilft, Engpässe zu vermeiden oder zu umschiffen.

9. Full 3D-Support?

Nein, ESX und ESXi bieten keinen 3D-Support (VMware-KB). Mit VMware View können jedoch auch physikalische Systeme angesteuert werden. So ist es z.B. möglich, mit einer 1:1 oder 1:n Zuordnung ein oder mehrere Benutzer einer Windows-CAD-Workstation zuzuordnen. Diese Workstation kann also auch zentral im RZ aufbewahrt werden. Mit einer entsprechenden Anbindung ist diese CAD-Workstation von jedem Punkt aus über PCoIP oder RDP erreichbar. Auch wenn dies keinen Full 3D-Support ersetzt, kann das eigentliche Ziel vielleicht durch diese Alternativlösung realisiert werden.

10. Gibt es Aussagen zum Thema Performance im LAN bzw. WAN Umfeld?

Studien zeigen, dass für RDP eine Bandbreite von mindestens 30 Kbps benötigt wird. VMware bezeichnet eine Bandbreite von 100 bis 150 Kbps als “guten Start” für die Desktopvirtualisierung ohne Multimedia-Inhalte. Eine genaue Aussage kann nur durch Messungen von Min./Max.-Werten und Peak-Werten gemacht werden. Multimedia-Darstellungen oder Standard-Druckjobs können bis zu 6 Mbit beanspruchen.

Nicht zu unterschätzen ist das Thema Latency. Latency beschreibt die Zeit, die ein Netzwerkpaket von Punkt A zu Punkt B benötigt. Im diesem konkreten Fall macht sich die Latency ab ca. 180 ms bei Benutzern mit Standard-Anwendungen á la Office bemerkbar.

Ein interessanter Artikel von Brian Madden beleuchtet die Ansätze von Citrix  und VMware. Dabei zeigt er auch auf, dass ein einfaches Aufrechnen oder die Verwendung von Durchschnittswerten von Bandbreiten nicht ausreichend ist. Daraus auch ein schöner Verlgleich aus dem Artikel (Zitat von Shawn Bass):

“The average temperature in the desert is 70 degrees, sounds great, right? Sure, except that ‘average’ comes from it being 135 degrees in the day and 15 degrees at night.”

11. Wo und wie erfolgt das Rendering der Inhalte?

Man muss generell – also VDI-Loesungs-übergreifend – zwischen Host-based und (selektivem) Client-based Rendering aka unterscheiden. Beim Host-based Rendering werden alle Inhalte (auch Videos) server-seitig gerendert und dann zum (Thin) Client übertragen, was bei klassischen Uebertragungsprotokollen wie RDP oder schmalen Bandbreiten u.a. zu ruckelnden Multimediainhalten fuehren kann.

Beim Client-based Rendering bzw. MMR werden server-seitig ausgewaehlte Inhalte vom Rendering ausgeschlossen und zur Verarbeitung direkt an den Client geschickt. Das ergibt ein fluessigeres Bild, ist aufgrund der server-seitig notwendigen Intelligenz zum Abspalten der Client-Inhalte aber i.a.R. auf ausgesuchte Inhalte/Applikation beschraenkt. PCoIP verfolgt den Ansatz des Host-based Renderings. Mehr Details dazu finden sich bei dem auch Frage 10 verlinkten Brian Madden Artikel.

Bildübertragung: Bei einer Verbindung über RDP wird der RDP eigene Video-Treiber verwendet, um das darzustellende Bild Zonenweise zu aktualisieren. Genaue Informationen gibt es bei Microsoft. Dort ist auch ein Performance-Test verfügbar. PC over IP nutzt den progressiven Bildaufbau. Bei dieser Art des Bildaufbaus werden (inhaltsabhängig) zuerst grobe und bandbreitnschonende Übertragungen gestartet und im Nachhinein die Details nachgeliefert.

12. Gibt es MAC OS Endgerätesupport?

Einen offiziell unterstützen View Client gibt es aktuell mit der Version View 4.0.1 nicht. Am kommenden Dienstag, den 04.05.2010 wird die Version View 4.5 vorgestellt. Wir hoffen, dass ab dieser Version ein unterstützter View Client verfügbar ist. Über View Portal, der Weboberfläche für View, ist die Nutzung von View über MAC OS möglich – momentan aber ausschließlich experimentell unterstützt.

13. USB-Redirection in Verbindung mit Krypto-Tokens?

Generell sollte nichts dagegen sprechen, bzw. es wird nicht ausdrücklich widersprochen. Bei den vielen unterschiedlichen Lösungen am Markt empfiehlt sich ein Test vor dem produktiven Einsatz der Virtualisierungslösung. Die genaue Funktionsweise der “USB redirection” finden Sie bei VMware. Ein “Troubleshooting Guide” ist dort ebenfalls zu finden.

14. Existiert ein OS auf Thin Clients?

Ja, auf Thin Clients existiert ein Betriebssystem. Über dieses Betriebssystem werden weitere Funktionen wie z.B. ein VMware View-Client oder ein RDP-Client zur Verfügung gestellt. Ein weiteres Modell ist ein “Zero Client”. Auf dieser Art von Client wird kein Betriebssystem installiert.

15. OTP Integration neben RSA (z.B. Safeword)

Bis dato und out-of-the-box nein. Falls konkreter Bedarf besteht, kann Ihr Integrationspartner oder VMware direkt auf Anfrage Ihr Vorhaben unterstützen. Mit View 4.5 ergeben sich ggf. alternative Integrationsmöglichkeiten. Auch hierzu warten wir gespannt auf die öffentliche Verkündigung in der kommenden Woche.

postheadericon Das neue VMware View 4 und die Kompatibilität

Mitte November hat VMware die neue Version seiner Desktop Virtualisierungslösung VMware View 4 freigegeben. Das neue Protokoll PCoIP verbessert die Darstellung von Rich Media Inhalten, es gibt eine echte Multi-Monitorfunktion und man kann bequem auf lokal angeschlossene Drucker, Scanner und USB-Festplatten zugreifen.

Vor dem Einsatz von VMware View 4 oder der Migration von View 3 auf View 4 ist aber folgendes zu beachten:

Vor der Installation von VMware View 4 muss die vSphere Umgebung aktualisiert werden. Voraussetzung dafür sind VMware ESX Server 4.0 Update 1 und VMware vCenter Server 4.0 Update 1.

Weitere Informationen findet man hier:

VMware Infrastructure (VI) in den Versionen 3.0.2 oder 3.5 (Update 3 und Update 4) unterstützt VMware View 4.
Aber Achtung: VI 3.5 Update 5 wird nicht unterstützt.
Der View Composer wird ab VI 3.5 Update 3 unterstützt.
Auch hierfür der Link zu weiteren Informationen, direkt von VMware:

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